Warm anziehen lautete diesmal die Devise für die Reutlinger Wirtschaftsjunioren. Unter dem Motto „Klima und Tourismus auf der Alb im Wandel der Zeit“ besuchten sie mit Wetterwart Roland Hummel dessen Klimastation im Sonnenbühler Rinnental – einem Kältepunkt der Bundesrepublik.
Auf der Alb, so behauptet der Volksmund, ist es „einen Kittel kälter“. Im Großen Rinnental bei Sonnenbühl-Undingen braucht man hin und wieder sogar zwei Kittel mehr.
„Durchschnittlich gibt es hier an 200 Tagen im Jahr Bodenfrost“, so Hummel, der lange Jahre am Stuttgarter Flughafen für den Deutschen Wetterdienst gearbeitet hat. In Strahlungsnächten, d.h. bei wolkenlosem Himmel und Windstille, liefert die private Wetterstation des Engstinger Klimaforschers immer mal wieder deutsche Kälterekorde. Minus 40 Grad wurden hier auf 735 Metern Höhe im Winter schon gemessen. Im Sommer liegt der Kälterekord bei minus fünf Grad. Doch wo in klaren Nächten Frost ist, ist an klaren Tagen viel Sonne.
Deshalb beschloss die Albgemeinde Sonnenbühl, die im Jahresdurchschnitt auf 1700 Sonnenstunden kommt, aus den klimatischen Besonderheiten touristisches Kapital zu schlagen.
Unter der Überschrift „Vom Kältepol zum Sonnenparadies“ lädt sie seit Frühjahr 2006 auf dem rund neun Kilometer langen „Klimaweg Sonnenalb“ dazu ein, den Wetterphänomenen auf die Spur zu kommen.